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Fair Play in der LINKEn

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Wir sind Mitglieder und Freunde der LINKEN und wollen Politik verändern. Wir sind in großer Sorge, weil die gezielten Fouls über Medien - auch aus den eigenen Reihen – DIE LINKE und das Vertrauen von Millionen Wählerinnen und Wählern gefährden.

 

Online-Pressetipp heute: dradio.de

01. Mai 2011

Gregor Gysi: Natürlich sind wir demokratische Sozialisten

Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag, spricht über die internen Querelen, Oskar Lafontaine und das Parteiprogramm. Er fordert unter anderem einen flächendeckenden Mindestlohn und die Energienetze in die Obhut der öffentlichen Hand zu geben

Gysi: Also, sagen wir es mal anders: Nicht an der Führungsdebatte, sondern daran, dass wir zu lange Selbstbeschäftigung gemacht haben. Wissen Sie, was man unter dem Stichwort "Führungsdebatte" bezeichnet - oder Personaldebatte oder sonst was -, das heißt doch immer: Wir beschäftigen uns mit uns selbst. Da sagt A: B ist eigentlich nicht richtig, C wäre viel besser und so weiter. Und dann sagen die Leute draußen: Ja, wann kümmern die sich eigentlich mal um mich, weshalb interessiert die immer nur ihr innerer Zustand? Das ist das Problem, und das hat sich sicherlich ausgewirkt. Zum Zweiten hat sich ausgewirkt, dass natürlich jetzt andere Themen anstanden. Mit der ganzen ökologischen Erneuerung werden eben eher die Grünen verbunden, als wir verbunden werden.

Hier weiterlesen in der Online-Ausgabe des Deutschlandfunks

Hier das Interview einfach anhören

 
 

Bremen hat gewählt

Hier geht's zum Blog von Kersten Artus
Kersten Artus

23.05.2011 – 00.24 Das Ergebnis ist keine große Überraschung.

Eine erneute 'große' Koalition durch SPD und - diesmal - Grüne wird die Geschicke des Landes Bremen bestimmen.

Der Tagesspiegel meint dazu:
"Das erneute Mandat für die SPD erklärt sich wohl nur aus einer merkwürdig selbstgenügsamen Gemütslage der Bremer. Schließlich hat es die rot-grüne Koalition seit 2007 nicht annähernd geschafft, die Probleme zu lösen. ... Trotzdem konnte die Ökopartei deutlich zulegen, obwohl die grüne Spitzenkandidatin und Finanzsenatorin Karoline Linnert mit der Haushaltssanierung scheiterte."

Unsere Eimsbütteler Bürgerschaftsabgeordnete Kersten Artus hat das Bremer Ergebnis auch bereits kommentiert.
"Die Grünen erleben weiterhin den Fukushima-Effekt. Sie sind mit ihrer zahmen, angepassten Politik zudem eine wirkliche Wahlalternative für CDU-WählerInnen geworden."

Hier weiterlesen: Kersten Artus: "Bremen hat gewählt"

Das vorläufige amtliche Endergebnis bei einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung von <57%:
SPD: 38,6%, CDU: 20,1%, Grüne: 22,5%, Linke: 5,9%, FDP: 2,4%

Landesparteitag Die LINKE.Hamburg am 16.04.2011 - Sabine Wils

Klare Positionen statt "LINKE light"!

Am 1. März 2009 hat der Parteitag der LINKEN mit großer Mehrheit ein Europawahlprogramm beschlossen, in dem es heißt:

"Es gibt keine "humanitären" Militärinterventionen.

DIE LINKE. lehnt daher alle Kriegseinsätze, auch mit UN-Mandat, ab. Kriege sind immer inhuman und die gravierendste Menschenrechtsverletzung.

Als es Anfang März um die Einrichtung einer Überflugverbotszone in Libyen ging, stand Lothar Biskys Handeln im offenen Widerspruch zu den außen- und friedenspolitischen Positionen der Partei DIE LINKE.

...
Wie Klaus Ernst schon gestern sagte, stellt ein harter Kern von Funktionären und Mandatsträgern die grundsätzliche Haltung unserer Partei zu Krieg und Frieden zur Disposition, um bei den bürgerlichen Leitmedien anerkannt und mit SPD und GRÜNEN bündnisfähig zu werden. Rot-Grün gestaltet eine Politik im Interesse der Konzerne. Hiermit ist unsere Position für Frieden und gegen die AGENDA 2010-Politik unvereinbar.

... Deshalb ist ein klares Profil unserer Partei gegen die Teilnahme der EU und Deutschlands am Krieg um Libyen und insbesondere gegen die NATO-Bombardierungen unverzichtbar.

... Das Erdbeben in Japan und die nachfolgende Atomkatastrophe von Fukushima haben im Europaparlament eine Diskussion um die Sicherheit der Atomkraftwerke in der EU ausgelöst. Hierzu hat die deutsche Delegation der LINKEN im EP eine eindeutige Haltung in der Fraktion der GUE/NGL. Wir sind für den sofortigen Atomausstieg in Deutschland.
...
Radioaktive Strahlung macht vor Grenzen nicht halt!

Download der gesamten Rede von Sabine Wils als PDF

 

Landesparteitag Die LINKE.Hamburg am 16.04.2011 - Klaus Ernst

Die LINKE.Hamburg beschließt strategische Neuausrichtung

Der erste Parteitag der Hamburger LINKEN nach der Wahl am 16./17. April 2011 im Berufsförderungswerk Hamburg-Farmsen stand ganz im Zeichen der Wahlauswertung. Die Delegierten zeigten sich zufrieden mit dem Wiedereinzug in Bürgerschaft und alle Bezirksversammlungen.

Der Parteivorsitzende Klaus Ernst forderte in seiner Rede eine Strategie- statt einer Personaldebatte, bei der die wesentlichen Positionen jedoch nicht auf der Strecke bleiben dürfen. 
Der Parteitag beschloss die Unterstützung der Initiative zur Rekommunalisierung der Energienetze „Unser Hamburg, Unser Netz“, den Finanzplan 2011, bei den Nachwahlen zum Landesvorstand wurde Olga Fritzsche als Landessprecherin und Klaus Roocks als Schatzmeister gewählt.

Der Parteivorsitzende Klaus Ernst kritisierte die gegenwärtige Selbstbeschäftigung der Partei und forderte, darüber die wesentlichen Positionen wie die Notwendigkeit eines sozialökologischen Gesellschaftsvertrages nicht aus den Augen zu verlieren. Eine Partei sei kein Selbstzweck sagte er in seiner Rede und forderte eine Strategie- statt einer Personaldebatte. „Wir sind notwendiger denn je, aber wir zeigen es nicht mehr“, sagte Ernst. In Hamburg werde mit der Wahl von Scholz eine Wiederbelebung von Schröders Agenda 2010-Politik wiederbelebt.

Die Rede von Klaus Ernst im Wortlaut

In der Debatte über den mit geringfügigen Änderungen verabschiedeten Leitantrag „Schlussfolgerungen aus einem guten Wahlergebnis“ zeigten sich die Delegierten mit dem Wahlergebnis insgesamt zufrieden, dennoch werfe es aufgrund der Verluste in absoluten Zahlen Fragen auf: „Hamburg sollte das gute Abschneiden in der Wahl deshalb zum Anlass nehmen, die strategische Ausrichtung ihrer Politik unter den Bedingungen einer ganz neuen politischen Konstellation kritisch zu überprüfen und zu präzisieren, und zwar unter Einschluss unserer innerparteilichen Voraussetzungen.“

Wiebke Hansen von der Initiative „Unser Hamburg, Unser Netz“ legte in ihrer Rede den Delegierten die Chancen der Rekommunalisierung der Energienetze dar, erteilte dem SPD-Konzept einer strategischen Beteiligung eine eindeutige Absage und dankte für die bisherige Unterstützung der LINKEN. Hansen warb für die weitere Unterstützung beim anstehenden Volksbegehren, denn 75.000 Unterschriften in drei Wochen zu sammeln sei „eine große Aufgabe“, die der Parteitag mit einen entsprechenden Antrag auch beschloss.

Sabine Wils (MdEP) stellte die Forderung nach einem EU-weiten Ausstiegskonzept und eine Harmonisierung der europäischen Sicherheitsrichtlinie für Atomkraftwerke auf dem neuesten Stand der Technik in den Mittelpunkt ihres Berichts aus dem Europaparlament am Sonntag.

Jan van Aken (MdB) ging bei seinem Bericht aus dem Bundestag auch auf die „dramatische Lage“ der Partei ein. „Keiner braucht eine Partei die etwas sozialdemokratischer als die SPD und etwas grüner als die Grünen ist“, so van Aken. Wichtiger als der genaue Zeitpunkt des Atomausstiegs sei die Art und Weise, dazu gehöre die Zerschlagung der Atomkonzerne. Das Hamburger Volksbegehren über die Energienetze sei ein wichtiger Schritt in Richtung einer Energiewende.

Landessprecher Herbert Schulz erklärt: „Für die Hamburger LINKE ist der Wiedereinzug in Bürgerschaft und Bezirksversammlungen kein Grund sich zufrieden zurück zu lehnen, sondern unsere erfolgreiche Politik für die Menschen in Hamburg fortzusetzen und den veränderten politischen Rahmenbedingungen dabei Rechnung zu tragen. Ich möchte mich noch mal bei allen unseren Mitgliedern und UnterstützerInnen für den engagierten Wahlkampf bedanken.“

Die auf dem Parteitag verabschiedeten Anträge finden sich in Kürze im Internet unter:
http://www.die-linke-hh.de/partei/landesparteitag/2-parteitag/4-tagung.html

- Pressestelle DIE LINKE.Hamburg -


Die LINKE.Hamburg

SPD-Politik zum Scheitern verurteilt?

Bürgermeister Scholz und sein neues Kabinett haben sich viel vorgenommen: "Wir schaffen das moderne Hamburg - Vernunft und Pragmatismus für eine starke und solidarische Stadt" – so das Motto der Regierungserklärung des neuen ersten Bürgermeisters.

Zu Recht wurde in der Presse und bei politischen Beobachtern moniert, dass die langatmige Erklärung durch viele überflüssige Politformeln geprägt war. Zieht man die politische Lyrik ab, wird gleichwohl ein roter Faden des Regierungsprogramms sichtbar: „Dieser Senat tritt an mit dem Versprechen, Hamburg wieder ordentlich zu regieren. Wir werden es halten.“

Die Formel vom guten oder ordentlichen Regieren ist nicht deshalb populär, weil die SPD oder ihre Hamburger Vorsitzender Scholz im Wahlkampf eine überzeugende Idee angeboten hätten. Die WählerInnen wussten, auch ohne sozialdemokratischen Inhalt, was mit ordentlichem Regieren gemeint war: Das Politchaos von Schwarz-Grün sollte endlich ein Ende haben. Der neue Fraktionsvorsitzende Wersich ist einer der wenigen Politprofis in der CDU, der von diesem Versagen eine Ahnung hat: „Wir haben den Koalitionsvertrag vor dem Hintergrund wachsender Steuereinnahmen abgeschlossen, mussten dann in der Krise Sparpakete verabschieden, die durch die überraschend schnelle Erholung dann wieder in Frage gestellt wurden. Das hat nicht zu einem klaren Profil beigetragen. Zudem haben wir in vielen personellen Fragen keine gute Figur gemacht.“ (TAZ 7.3.2011)

In der Tat, die Selbstkritik des früheren Bürgermeisters Ole von Beust war: Schwarz-Grün habe sich nicht mehr um das Notwendige in der Stadt gekümmert, eine Menge Geld in überflüssige Projekte gesteckt. Längere Zeit sei die klamme Finanzlage durch kreative Buchführung gegenüber der politischen Klasse und der Öffentlichkeit versteckt worden. Scholz knüpft hieran nahtlos an: „Wir haben viele Ideen für unser Hamburg….. Aber wir werden uns dabei nicht im Wünschbaren verlieren, sondern wir werden uns um das Machbare kümmern. Es gibt in Hamburg ganz greifbar die Sehnsucht nach einer Politik, die sich nicht selbst zum Projekt verklärt, sondern die liefert.“

Die SPD will liefern und, wenn es passt, will sie dabei die Opposition mitnehmen oder einbinden. Aber wie kann man "das moderne Hamburg" schaffen, wenn die Finanzen desolat und eine Großteil der Bevölkerung misstrauisch auf die Politik schaut?

...

Wenn der neue erste Bürgermeister Olaf Scholz daher behauptet, dass man mit knappen Kassen "entschlossen gute Politik machen" könne, "wenn man die Nervenstärke dazu besitzt", geht das an den großen finanzpolitischen Herausforderungen einer zukunftsgerechten, auf sozialen Ausgleich bedachten Stadtpolitik vorbei. Mit "knappen Kassen" lassen nicht einmal die drängensten sozialen Probleme Hamburgs lösen und die unaufschiebbaren Investitionen in die städtische Wirtschaftsstruktur finanzieren. Dazu braucht es vielmehr vor allem eine deutliche Verbesserung der Einnahmen.

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